Arbeitszeugnis Note 1: Formulierungen für die Bestnote "sehr gut"

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Ein Arbeitszeugnis mit der Note 1 ist das Ziel jedes Arbeitnehmers: ein „sehr gut", das bei jeder Bewerbung überzeugt. Doch die Bestnote steckt nicht in einem einzelnen Satz, sondern entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Formulierungen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie ein Zeugnis mit Note 1 formuliert wird, welche Bausteine „sehr gut" signalisieren und woran Sie erkennen, ob Ihr Zeugnis wirklich die Bestnote trägt.

Was „Note 1" im Arbeitszeugnis bedeutet

Die Gesamtnote eines Zeugnisses ergibt sich vor allem aus der zusammenfassenden Zufriedenheitsformel. Für die Note 1 (sehr gut) lautet sie: „stets zur vollsten Zufriedenheit". Zwei Elemente sind entscheidend: das „stets" (zeitliche Konstanz) und die Steigerung „vollste" (höchster Grad der Zufriedenheit). Fehlt eines davon, sinkt die Note. Das Bundesarbeitsgericht hat klargestellt, dass die Bewertung leistungsgerecht sein muss und ein Anspruch auf eine überdurchschnittliche Note nur besteht, wenn die Leistung sie auch rechtfertigt.1

Formulierungen für die Note 1

Ein „sehr gutes" Zeugnis zieht die Bestnote konsequent durch alle Bausteine. Hier die typischen Formulierungen:

BausteinFormulierung für Note 1
Leistungszusammenfassung„Sie erledigte alle Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit."
Arbeitsbereitschaft„Er zeigte stets höchste Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative."
Arbeitsbefähigung„Sie verfügte über ein außergewöhnlich fundiertes Fachwissen, das sie stets sicher anwendete."
Arbeitsweise„Er arbeitete stets äußerst sorgfältig, systematisch und zielorientiert."
Verhalten„Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich."
Schlussformel„Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr, danken für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg."

Achten Sie auf die Signalwörter: stets, vollste, äußerst, außergewöhnlich, hervorragend, vorbildlich. Fehlen sie oder werden sie abgeschwächt (etwa „gut" statt „sehr gut", „einwandfrei" ohne „stets"), rutscht das Zeugnis auf Note 2 oder schlechter. Die komplette Skala aller Notenstufen finden Sie im Beitrag Arbeitszeugnis-Formulierungen nach Notenstufen.

Note 1 oder Note 2? Der feine Unterschied

Der Unterschied zwischen „sehr gut" und „gut" liegt oft in einem einzigen Wort:

  • Note 1: „stets zur vollsten Zufriedenheit"
  • Note 2: „stets zur vollen Zufriedenheit"

Weil dieser Unterschied so klein ist, wird er in der Praxis häufig übersehen oder bewusst eingesetzt. Ein Muster für ein Zeugnis mit der Note „sehr gut" finden Sie zum Vergleich auch bei HENSCHE Arbeitsrecht.2 Wie Sie aus allen Teilnoten die Gesamtnote ermitteln, zeigen wir im Beitrag Arbeitszeugnis Note berechnen.

Prüfen Sie, ob Ihr Zeugnis wirklich Note 1 trägt

Viele Zeugnisse wirken auf den ersten Blick sehr gut, tragen aber tatsächlich nur eine 2 oder 3. Der Grund: Ein einzelnes „vollste" reicht nicht, wenn andere Bausteine schwächer formuliert sind oder ganz fehlen. Nach der Rechtsprechung müssen Sie eine überdurchschnittliche Bewertung im Streitfall selbst darlegen.3 Umso wichtiger ist es, den Gesamteindruck genau zu prüfen.

Unsere Zeugnis-Analyse liest Ihr Zeugnis Satz für Satz, ordnet jedem Baustein eine Note zu und sagt Ihnen genau, ob Ihr Zeugnis die Bestnote trägt oder ob eine Formulierung Sie eine Stufe kostet. Als Vergleich helfen auch fertige Muster wie das Beispiel für eine Bürokauffrau oder das Beispiel aus dem Vertrieb.

Fazit

Ein Arbeitszeugnis mit Note 1 entsteht, wenn alle Bausteine konsequent die höchste Steigerungsform tragen: „stets", „vollste", „vorbildlich", „hervorragend". Ein einziges fehlendes Signalwort kann die Bestnote kippen. Prüfen Sie Ihr Zeugnis deshalb Baustein für Baustein, und lassen Sie sich im Zweifel ein korrektes Zeugnis mit unserem Arbeitszeugnis-Generator erstellen.

Quellen

  1. 1§ 109 Gewerbeordnung, Zeugnis (gesetze-im-internet.de)
  2. 2HENSCHE Arbeitsrecht, Musterschreiben Arbeitszeugnis Note sehr gut (hensche.de)
  3. 3BAG, Urteil vom 18.11.2014, 9 AZR 584/13 (bundesarbeitsgericht.de)

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Quellenangabe
Arbeitszeugnis Note 1: Formulierungen für die Bestnote "sehr gut". Arbeitszeugnis-Schreiben. https://arbeitszeugnisschreiben.de/blog/arbeitszeugnis-note-sehr-gut/
Als Link (HTML)
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Max Kuch
Max Kuch
Gründer von Arbeitszeugnis-Schreiben

Max Kuch ist studierter Ökonom und Digitalunternehmer. Mit Arbeitszeugnis-Schreiben hat er ein Werkzeug entwickelt, das die oft verschlüsselte Zeugnissprache verständlich macht: Arbeitnehmer erstellen damit rechtssichere Arbeitszeugnisse und prüfen bestehende Zeugnisse Wort für Wort auf ihre wahre Note. Seine Ratgeber verbinden die aktuelle arbeitsrechtliche Rechtsprechung mit der Praxis aus tausenden analysierten Formulierungen.

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Häufig gestellte Fragen

Der erstellte Text ist ein vollständiger, korrekt formulierter Zeugnisentwurf. Wirksam wird das Zeugnis, sobald es auf dem Geschäftspapier des Arbeitgebers ausgedruckt und von einer vertretungsberechtigten Person (Geschäftsführung oder Personalleitung) unterschrieben wird. Die Grundlage ist § 109 der Gewerbeordnung (GewO).

Arbeitszeugnisse müssen wohlwollend formuliert sein. Deshalb hat sich eine codierte Sprache entwickelt: "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" entspricht der Note sehr gut, "zu unserer Zufriedenheit" nur noch einem ausreichend. Sie wählen bei uns einfach Schulnoten, und wir übersetzen sie in die passenden Formulierungen.

Ein einfaches Zeugnis bestätigt nur Art und Dauer der Beschäftigung. Ein qualifiziertes Zeugnis bewertet zusätzlich Leistung und Verhalten. Arbeitnehmer haben Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, wenn sie es verlangen (§ 109 GewO). In der Praxis wird fast immer das qualifizierte Zeugnis erwartet.

Ja, das ist gängige Praxis. Viele Arbeitgeber bitten ausscheidende Mitarbeiter sogar aktiv darum, einen Entwurf mitzubringen. Sie erstellen Ihr Zeugnis so, wie es Ihre Leistung verdient, und legen es Ihrem Arbeitgeber zur Prüfung und Unterschrift vor.

Ein Zwischenzeugnis wird während des laufenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt, etwa bei einem Wechsel des Vorgesetzten, bei Umstrukturierungen, vor der Elternzeit oder für Bewerbungen. Es ist im Präsens formuliert und enthält keine Schlussformel mit Bedauern über das Ausscheiden.

Ja. Sie erhalten das Zeugnis auch als Word-Datei, die Sie frei bearbeiten können. Namen, einzelne Formulierungen oder die Aufgabenliste lassen sich so jederzeit anpassen, bevor das Zeugnis gedruckt und unterschrieben wird.

Nein. Unser Service erstellt Zeugnisentwürfe als Formulierungshilfe. Bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten, etwa wenn ein Zeugnis vor Gericht angefochten werden soll, empfehlen wir die Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

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